Orange Shirt Day in Canada - The National Day for Truth and Reconciliation jährlich am 30.09.

Dieser Gedenktag dient seit 2013 der Erinnerung an die Opfer und Überlebenden des kanadischen Internatsschulsystems für indigene Kinder (Indian Residential Schools). Es geht um die Aufarbeitung des kolonialen Erbes und postkolonialer Entwicklungen in Kanada.
Nicht nur viele Menschen tragen dann orange Oberteile, aber auch an Häusern Bäumen usw. erinnern orange T-Shirts teils ganzjährig daran, dass jedes Kind zählt.
Phyllis Webstad macht in ihrem autobiografischen Bilderbuch anschaulich darauf aufmerksam, unter welchen Bedingungen indigene Kinder vor noch nicht allzu langer Zeit in Kanada leben mussten.

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Voller Vorfreude kam sie sechsjährig in diese internatsartige Schule, stolz auf ihr neues oranges T-Shirt. Dies wurde ihr sofort von den dortigen Nonnen genommen. Ihre Haare wurden abgeschnitten, sie durfte die Muttersprache nicht mehr sprechen. Für mehr als 300 Tage pro Jahr gab es keinen Kontakt der Kinder zum Elternhaus. Misshandlungen aller Art und Hunger gehörten zum Alltag.
In ganz Kanada, in etwa 130 Wohnschulen, bezahlten mindesten 2000 indigene Kinder diese „Erziehung“ mit ihrem Leben.
Heute ehren Schüler und Lehrer diesen Tag, indem sie ein oranges Hemd tragen und etwas über das Trauma und den Generationsschaden der indigenen Völker lernen, sich an die Vergangenheit erinnern und Wege ehren, um Identität, Sprache, Kultur, Verbindung und Liebe zurückzugewinnen.


