Havenpost


Kulturhof Green Gables in Heidgraben – Kunst, Bücher und eine gestaltete Wildnis
Unter dem Motto: Sei die Veränderung, die du dir für unsere Welt wünschst
Moin! Wer die A23 kennt, passiert Heidgraben (Ausfahrt Tornesch) meistens, ohne innezuhalten. Das wäre schade – denn hier steht vermutlich das älteste noch erhaltene Gebäudeensemble des Ortes, und hinter den Reetdächern verbirgt sich ein Ausflugsziel, das sich jeder einfachen Kategorie entzieht.
Der Kulturhof Green Gables ist gleichzeitig Museum, Bücherscheune, Kunstgalerie und Naturgarten. Familie Brown hat das historische Anwesen als Gesamtkunstwerk angelegt, das mit einem kurzen Besuch kaum zu erfassen ist. Wer es nicht eilig hat, kann leicht zwei Stunden verbringen, ohne sich zu langweilen.
Kunst in zwei Stilrichtungen
Im Wohnhaus zeigen Dauerausstellungen Malerei und Graphik der Eltern: Hubertus Lehner, Schüler von Otto Mueller, Alexander Kanoldt und Erich Heckel, und Gisela Lehner, ausgebildet an der Kunst- und Handwerkerschule Kiel. Beide Handschriften sind unverwechselbar verschieden – ein schöner Kontrast auf vergleichsweise engem Raum.
Die Bücherscheune
Bücher, die andernorts aussortiert werden, finden hier eine zweite Chance. Die Bücherscheune bietet eine breite Auswahl an Fachliteratur, Romanen und Raritäten. Das Selbstverständnis ist klar: Bücherretter, nicht Buchladen.
Der Naturgarten
Der großzügige Landschaftsgarten wurde auf einem ehemaligen Maisfeld angelegt – seit Jahrzehnten ohne Pestizide und ohne künstliche Bewässerung. Was wächst, wächst. Was abgegrast wird, wird abgegrast. Kräfte und Zeit sind endlich, und der Garten zeigt das offen. Er steht ganzjährig offen für Besucher, die sich an die Hausregeln halten.
Dazu kommen Veranstaltungen in loser Folge: Oldtimertreffen, Plattdeutschvorträge, Wohnzimmerkonzerte, Lesungen und anderes. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, schaut auf die Website oder fragt direkt nach.
Der Kreiskulturverband hat den Kulturhof mit dem Prädikat „Kulturschutzgebiet“ ausgezeichnet; er ist als kleines Museum anerkannt.
Besuch planen
Eintritt frei. Keine festen Öffnungszeiten – Anmeldung vor dem Besuch ist Pflicht (anne@fbnbooks.de oder 04122-3900). Gelände und Gebäude sind leider nicht barrierefrei.
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