Frühling im Schlosspark Griesel

Hubertus Lehner erinnert sich:

 

„Wir wohnten in der Oberförsterei, die dem Schlosspark gegenüber lag.

Über einen hohen klassischen Zaun konnte man die beiden Teiche mit den beiden schwarzen Schwänen erkennen, und wundervolle alte Erlen- und Buchenbestände führten in den stufenweise erhöhten Schlosspark ein.

Die riesige Linde, die mit ihren 30 Metern Höhe fast den Schloßpark überragte, war so auffallend, dass ich mich noch heute an diese dunkelgrüne Schönheit erinnere.

Im Frühling sangen dort die Singdrosseln in der Nähe ihrer Nester ihre wundervollen Lieder über einem Parke, der zwischen den beiden Teichen mit Tausenden von Schneeglöckchen und rosaroten und blauen Leberblümchen so dicht bewachsen war,  daß man glaubte, dort spazierengehend über einen bunten Teppich zu gehen.

Über diesem Blütenmeer erhoben sich bis zu 30 m hohe 100jährige Erlenbäume, die mit ihrem silbergrauen Geäst und dunkelroten Knospen eine Harmonie von Klang und Farben erzeugten, die unsere Mutter immer wieder zwang, dort spazierenzugehen.“